Presse

“Überreiches Glück mit Chopin.
Alle 27 Etüden an einem einzigen Abend? Chopin wäre wohl über einen solchen Kraftakt erschrocken, undenkbar zu seiner Zeit. Der Chinese Xi Zhai geht für die etablierte Reihe der Preungesheimer Festeburg-Konzerte das Wagnis ein, in vollem Vertrauen auf seine perfekte Spieltechnik und Konzentrationskraft. Sie sind Ausgangspunkt für eine faszinierende Wanderung durch ein reiches Spektrum pianistischer Miniaturen. Nach einem behutsamen Einstieg erreicht Zhai rasch ein stabiles, aber nie statisches Grundtempo, das er mit diskretem Rubato modifiziert. Nach den Klangwolken der C-Dur-Etüde, die den Zyklus op. 10 eröffnet, findet er zu einem transparenten, gut artikulierten Klangbild, in der Regel mit sparsam dosierten Pedaleinsatz. Bewusst ausgekostete, lang verhallende Schlussakkorde schaffen Übergänge zum nächsten Stück. Im Verlauf kommt es zu einer Spannungszunahme durch pausenlose Anschlüsse bis hin zu den stürmischen Kaskaden der abschließenden c-moll-Etüde. Von Ermüdungserscheinungen keine Spur. Auch im Opus 25 reißt die Spannung nicht ab. Wie selbstverständlich perlt die zu Recht gefürchtete Terzen-Etüde gis-moll vorbei. Und auch für die drei letzten Etüden gibt es keinerlei Abstriche. Sympathisch berührt es, wie Xi Zhai auf alle Schoweffekte verzichtet, sich ganz auf die Musik konzentriert und -zu Recht- ihrer Wirkung vertraut. In Preungesheim bedankte er sich für den heftigen Beifall mit den drei Etüden, die Chopin für die Moscheles-Klavierschule geschrieben hatte. Damit nicht genug: Eine brillant funkelnde “Campanella-Etüde” Liszts bildete den Abschluß eines einzigartigen Abends.”
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

“Ravel’s Sammlung ‘Gaspard de la nuit’ bebilderte er suggestiv. Ungemein leicht ließ er das Wasser die filigrane Nixe umspülen, ließ die Licht-Spiegelungen an der Wasseroberfläche glitzern, zeigte aber auch die Wucht, die sich mit dem Element verbinden kann… Unabhängig von allzu starker Konkretisierung im Sinne von Programmmusik vermittelte Xi Zhai Bedeutungen. Die Pendelbewegung der Musik in ‘Le gibet’ wurde so zum Memento mori. Das Leiden an der Zeit, ihr träges, unausweichliches Verinnern und die Leere wurden fühlbar. Als eine Art Psychostück war ‘Scarbo’ gedeutet. Die aberwitzigen Tonrepetitionen erschienen als furchtsames Zittern: in Angst vor dem bösen, inneren Gnom, der riesenhaft wachsen könnte.“
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

“Beginn einer großen Karriere. – Xi Zhai im Seligenstädter Klosterkonzert: Außerordentliche Anschlagskultur, überlegene Technik.
Ein Erlebnis, das in Erinnerung bleiben dürfte. Xi Zhai hat im Jacobsaal das zahlreich erschienene Publikum in helle Begeisterung versetzt. Es fielen Worte wie “Weltklasse” oder “Wir waren dabei”. Letzteres gab der Erwartung einer weiteren großen Karriere Ausdruck. Schon die ersten Takte des Andante grazioso aus der Sonate A-Dur KV 331 von Wolfgang Amadeus Mozart belegten Xi Zhai’s in den Fachmedien bescheinigte “tiefste musikalische Empfindung, die außerordentliche Anschlagskultur und überlegene Technik”, die in keiner Phase des nahezu zweistündigen, auswendig gespielten Rezitals nachließ. Die Bandbreite seines Repertoires ließ der Interpret sodann einmal mit den 32 Variationen c-moll von Ludwig van Beethoven und dessen berühmter Appassionata f-moll op. 57 aufscheinen, mit einem den Werken des Komponisten entsprechenden packenden Zugriff, aber ohne Tastendonner. Eine pianistische Herausforderung auch die Zwölf Etüden op. 25 Frederic Chopins, zum “non plus ultra” der Etüdenwelt gezählt. Das dankbare Publikum applaudierte anhaltend.”
OFFENBACH-POST

“Erich Wächter und das Pfalztheater-Orchester in Kaiserslautern – Der Pianist Xi Zhai beeindruckt mit Schumann.
Lebendig, stellenweise mit kammermusikalischem Feinschliff, entfaltete sich bei Schumann (Klavierkonzert a-moll) der konzertante Dialog zwischen dem Orchester und dem Solisten. Xi Zhai ist zwar ein Virtuose von Format, plakatives Auftrumpfen liegt ihm indes offenbar fern. Seine Wiedergabe des Schumann-Konzerts überzeugte durch Feinschliff und Stimmungsgehalt. Temperament, Brillanz und Fantasie demonstrierte dann der Pianist bei seiner mitreißenden Zugabe: Chopins ‘Revolutionsetüde’.”
DIE RHEINPFALZ

“‘Dies irae’, das in Rachmaninow’s Paganini-Variationen für Klavier und Orchester hineinspielt… repräsentiert den Bösen, mit dem der ‘Teufelsgeiger’ der Legende nach einen Pakt geschlossen hat, um virtuose Vollkommenheit zu erreichen. Entsprechend ‘teuflisch’ ist auch der Klavierpart, mit dem selbst Rachmaninow seine Mühe hatte. Der junge chinesische Pianist Xi Zhai… entledigte sich der Aufgabe nicht nur mit technischer Brillanz, sondern auch mit einer gerade bei den halsbrecherischen Schwierigkeiten bemerkenswerten Einfühlung in die musikalische Substanz und die innere Gebrochenheit, die nach dem ersten Auftreten des ‘Dies irae’ spürbar wird.”
WAZ

“Technisch ist es (Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1, d-moll op. 15) sowohl für den Pianisten als auch für jedes einzelne Orchestermitglied ein Husarenritt. Den Eindruck von Schwierigkeit vermittelte der junge Solist, Xi Zhai, allerdings ganz und gar nicht. Ihm schien das Werk nur so aus den Fingern zu laufen. Er wirkte völlig hingegeben an die Musik, manchmal versunken in sein Tun, aber immer mit aktivem Kontakt zu Orchester und Dirigent. Die Leidenschaft und Freude, die er ganz offensichtlich für diese Musik empfindet, übertrug sich auf die völlig begeisterten Hörer, die mit Applaus auch nicht sparten und den jungen Mann zu einer wunderschönen Schumannschen ‘Träumerei’ als Zugabe motivierten.”
NASSAUISCHE NEUE PRESSE